Ein animierter Dokumentarfilm ohne Fokus auf Fakten: Waltz with Bashir

An was denkt man, wenn man „Dokumentarfilm“ hört? Einige assoziieren damit sicherlich Langeweile, vergangene, uninteressante Geschichte, schlechter Film mit wenig Budget. Andere denken dabei an zeitlose Geschichte, Darlegung eines schwierigen Sachverhaltes, Informationen.
Und mit dem Begriff „Animierter Film“ denken viele sofort an lustige FIlme, wie zum Beispiel „Ice Age“ oder an Kinderfilme. Auf jeden Fall haben sie nicht viele wichtige Informationen.
Ich habe einen Film gefunden, der diese beiden Filmarten miteinander vereint. Er dokumentiert einen wichtigen Sachverhalt als animierter Film, den ich euch sowohl aufgrund seiner Relevanz als auch seiner Qualität vorstellen möchte.



„Ari Folman schreibt Filmgeschichte“ – Matthias Heine, Die Welt

Der Film handelt von den traumatischen Erinnerungen von israelischen Soldaten an den Libanon-Krieg. Regisseur „Ari Folmans“ ist dabei auf der Suche nach dem, was wirklich geschehen ist – Ari ist im Film auch der Protagonist. Ihm fehlen jegliche Erinnerungen an die Zeit der brutalen Massaker in den Palästinenserlagern Sabra und Schatila.
Als Ari seinen damaligen Kriegskameraden Boaz in einer Bar wieder trifft, reden sie über die Zeit und ihm wird klar, dass er wissen möchte, welche Rolle er bei den Massakern gespielt hat. Er macht sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Dabei lernt er viel über die menschliche Psyche, warum er nichts mehr von seinen Erlebnissen im Krieg weiß und über sich selbst. Er lernt sich selbst kennen und erkennt, dass es wichtig ist, sich seinen Ängsten, die er anfangs hatte, zu stellen. Da er nun seine Rolle bei dem Massaker kennt, wird es Zeit, die realen Bilder anzusehen, welche in der Schlussszene des Filmes dargestellt sind.

 

Die Distanz der Animation führt zu einer besonderen Nähe

Kriegsbilder, wie wir sie beinahe täglich im Fernsehen in den Nachrichten und in Filmen sehen können, haben uns abgestumpft. Unter Anderem darum hat mich es mich besonders getroffen, dass es ein animierter Zeichentrickfilm ist. Diese Art der Gewalt in den Bildern habe ich bisher noch nicht erlebt und ich saß gebannt und ergriffen vor dem Fernseher, während ich mir den Film angesehen habe.

Alle seine Interviews, die er im Rahmen des Filmes führte und in Dokumentationen für gewöhnlich als Monolog wiedergegeben werden, sind in diesem Film dialogisiert – mit Originalstimmen! Die gefühlte Realität des Hauptcharakters wird dadurch verstärkt.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es bei dem Film weniger um die Darlegung der Fakten und um Schuldzuweisungen geht, sondern um die psychischen Folgen, die ein Krieg oder ein schlimmes Ereignis bei Menschen hinterlassen kann. Ich empfehle jedem, diesen autobiographischen Animationsfilm zu schauen – auch mit Kindern, die alt genug sind. Vor allem an das junge Publikum ist der Film nämlich gerichtet.

Ihr könnt diesen Film beispielsweise hier bei Amazon (Werbelink) für 7,41€ kaufen. Der Kauf lohnt sich auf jeden Fall. Er ist ab 12 Jahren freigegeben und wurde von Pandora Film (ALIVE) gedreht. Erschienen ist er auf DVD am 4. Dezember 2009.

Was haltet ihr von diesem Film bzw. von Filmen dieser Art allgemein?



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