Wiederlegen eines Mythos: Studenten haben viel Zeit

Ich habe nun seit einigen Tagen nicht mehr gebloggt und kaum getwittert. Nein, passiert ist mir nichts. Auch die Lust am Bloggen an sich ist mir nicht vergangen. Es gibt einen ganz banalen Grund, weshalb diesen Monat kaum Beiträge erschienen sind: Die fehlende Zeit.

Es heißt immer, dass Studenten ja so viel Zeit haben. Wie ihr wisst, studiere ich seit nun zwei Wochen, inklusive Vorkurs sogar drei Wochen – Informatik. Aber die viele Freizeit lässt noch auf sich warten.


Eine 5/4-Woche

Diese Woche saß ich von Montag bis Freitag insgesamt 50 Stunden in der Uni, und das, obwohl ich zwischen den Vorlesungen keine Wartezeiten, bzw. nur mal 15 Minuten habe. Aber die Übungsblätter sind echt heftig. Wir müssen diese bearbeiten und insgesamt mind. 50% der Punktzahl erreichen, damit wir für die Klausur zugelassen werden. Und das in drei Kursen. In Softwaretechnik mag das noch relativ schnell gehen, mit 2-3 Stunden pro Übungsblatt auf jeden Fall humaner.Aber „leider“ habe ich zum Sommersemester begonnen, was bedeutet, dass mir die Vorlesungen aus dem ersten Semester fehlen. Hauptsächlich meine ich damit Mathematik. In Theoretischer Informatik und Rechenanlagen wäre diese Vorlesung nämlich schon ganz hilfreich, da alles mathematisch präzise angegeben wird, sowohl im Skript und auf den Übungsblättern. Das heißt im Umkehrschluss, dass, was man normal in Mathe lernt müssen wir Erstis (Erstsemesterstudenten) uns nun selbstständig beibringen bzw. uns von anderen erklären lassen. Dem entsprechend lesen wir ein Übungsblatt durch und verstehen erst einmal kein Wort. Das führt wiederum zu langen Tagen und Nächten, die wir gemeinsam am Campus verbringen und uns alles gegenseitig erklären.
Letzte Woche war das noch nicht so schlimm, aber da waren wir fast jeden Abend ausgegangen, weshalb ich nach der Uni erst einmal schlafen musste. Zwei Stunden Schlaf pro Nacht reichen doch nicht. Ich muss mich dafür entschuldigen, dass ich mich in dieser Woche nicht aufgerafft habe und hier mal etwas schrieb, aber ich dachte ehrlich gesagt, dass die nächste Zeit etwas ruhiger wird.

Diese Woche stand auch noch ein kleines Treffen mit unserem „Mentor“, also einem Professor, der uns „zur Seite stehen“ soll. Wenn wir irgendwelche Fragen oder Probleme haben. Er selbst war davon nicht begeistert, da wir uns erst einmal einleben sollten und haben vereinbart uns im nächsten Semester noch einmal zu treffen. Daher haben wir einfach ein wenig geplaudert und uns dann verabschiedet.

 

Studenten helfen Studenten

Was ich sehr gut finde, ist das sogenannte HiWi-Projekt, welches dieses Semester eingeführt wurde. Dabei stehen an vier Tagen in der Woche andere Studenten bereit und bieten zweistündige Sprechstunden an. Dort kann man sich Hilfestellungen oder Tipps zu den Übungsaufgaben geben lassen oder einfach so ein wenig reden, sie werden ja schließlich für die beiden Stunden von den Studiengebühren bezahlt. Diesen „Service“ haben wir auch gleich mehrmals in Anspruch genommen. Natürlich helfen auch Studenten älterer Semester gerne und wo sie können, also wer fragt bekommt auch Hilfe 🙂
Nun ja. Meckern hilft nichts. Da muss ich durch. Und es wird sich danach auszahlen. Dass Studenten ja so viel Zeit haben, ist dennoch ein Mythos. Zumindest nicht alle. Da in Fächern wie Anglistik oder Germanistik normalerweise keine Übungsblätter verteilt werden, haben die logischerweise mehr Zeit, zumindest können sie etwas freier selbst entscheiden, wann sie lernen. In den Naturwissenschaften ist dem aber meist definitiv nicht so.

Was könnt ihr zu dem Thema sagen?

 



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