Falsche Verwendung von Floskeln

„Ääää, ehm, ich denke, ich für meinen Teil, ja, ich meine gewissermaßen, das ist (gar) keine Frage und wenn Sie mich fragen dann ist unter Umständen sozusagen und in gewisser Weise im Grunde einfach alles – wie gesagt – gesagt.“

Ein netter Satz, den ich bei Werner gefunden habe – bestehend nur aus Floskeln und Phrasen, die wir im Alltag verwenden. In diesem Artikel möchte ich auf den falschen Gebrauch von Floskeln und Phrasen aufmerksam machen und anhand von Beispielen zeigen,



Was ist eine Floskel?

In der Antike bezeichnete eine Floskel noch eine durchdachte, überlegte Redewendung (z.B. ein Apophthegma oder eine Sentenz). Diese überaus positive Assoziation mit dem Wort entspricht leider nicht mehr der heutigen Definition. Mittlerweile versteht man unter einer Floskel meist inhaltslose Füllwörter, die ohne Bedacht im Sprachgebrauch verwendet werden. Aber nicht immer sind Floskeln negativ, sie können häufig fester Bestandteil einer Kommunikation sein. Beispielsweise bei einer Begrüßung oder bei Floskeln der Höflichkeit. Wie sinnvoll diese immer sind, ist ein anderes Blatt.

 

These: Floskeln können schaden

Auch bei Bewerbungen kann die unbedachte Verwendung von Floskeln einem ganz schnell die Chancen nehmen. So wird bei experto beschrieben, dass man auf Floskeln verzichten solle und stattdessen Belege aufzeigt. Eine kleine Auswahl an Floskeln, die laut experto unbedingt vermieden werden sollte:

  • Ich verfüge über eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise.
  • Ich bin teamfähig und flexibel, wobei ich stets die Zielerreichung der Aufgabenstellung im Auge behalte.
  • Ich bin lernbereit und -fähig.

Demnach sollte man genau nachdenken, was man schreibt und nicht einfach loslegen. Auch beim korrekturlesen, was sicherlich viele von euch machen, sollte man verstärkt auf Floskeln achten.

 

Falsche Verwendung von Floskeln

Allerdings finde ich, sollten Floskeln nicht so sorglos verwendet werden. So erinnere ich mich an den 2. Mai, an dem ich einen Tweet lesen durfte, der sinngemäß wie folgt lautete: „R.I.P. Osama bin Laden“. Und da hört es bei mir auf.

R.I.P. bedeutet, wie (hoffentlich) allgemein bekannt „Rest in Peace“ (Ruhe in Frieden). Meint man das ernst, einer Person, die für den Tod tausender Menschen umbringen ließ, einen friedvollen Tod zu wünschen? Bei allem Respekt vor dem Tod – das geht zu weit. Das finde ich respektlos gegenüber anderen Toten und deren Angehörigen.

Ich finde es schon schlimm genug, dass beim Tod eines Menschen immer wieder in Twitter & Co diese Floskel verwendet wird – das hat meiner Meinung nach nichts in sozialen Netzwerken zu suchen, sondern lediglich auf Grabsteinen oder anderen Grabstätten.

 

Fazit: Was möchte ich mit diesem Artikel eigentlich sagen? Beobachtet euch einmal, wie viele Floskeln ihr verwendet. Ihr werdet sehen, es sind mehr als angenommen. Dann fragt euch, was die Floskel eigentlich bedeutet und warum man diese verwendet hat damit ihr diese im Anschluss weitgehend aus dem Sprachgebrauch „verbannen“ könnt. Ähm, zu viele eh Floskeln nerven im Grunde einfach und ehm unter Umständen können sie sogar schaden.

Kennt ihr gute Möglichkeiten, wie man die Anzahl der Floskeln im eigenen Sprachgebrauch reduzieren kann?




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4 Antworten to “Falsche Verwendung von Floskeln”

  1. Gute Möglichkeiten? Z.B. erst denken, dann reden. Auch eine Floskel, aber sie stimmt.

  2. Sylvi sagt:

    Hej muehsi,

    das ist ein wirklich interessantes Thema und ich bin mal in mich gegangen.

    Früher habe ich viel häufiger Floskeln dazu verwendet, um Gespräche in Gang zu halten bzw. Gesprächspausen zu vermeiden.
    Ganz schlimm ist es, wenn man z. B. am Telefon Gesprächspartner hat, denen man alles aus der Nase ziehen muss. Ich denke, man neigt dann automatisch dazu, die Redepausen irgendwie zu überbrücken.

    Mittlerweile hülle ich mich hin und wieder in Schweigen, wenn ich angerufen werde und mein Gegenüber rückt nicht so richtig raus mit der Sprache und warte … und warte … und irgendwann klopfe ich an den Hörer „Hallo, ist da noch jemand!?“

    Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich gedankenlos weiterrede, habe ich den Kopf nicht frei für „richtige“ Aussagen. Daher habe ich mir angewohnt, lieber einmal tief Luft zu holen, um mich zu sammeln.

    Gruß Sylvi

    • muehsi sagt:

      Ja sicher. eine Redepause ist einem ja irgendwie unangenehm, daher ist es logisch, dass man diese überbrücken will. Dabei wirkt es, zumindest bei kürzeren Pausen, sachlich fundierter und überlegter als wenn man nur Füllwörter vor sich her stammelt.

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