++ Update ++: Chaos Computer Club enttarnt Bundestrojaner?

Werden deutsche Gesetze von den eigenen Institutionen mit Füßen getreten? Der Chaos Computer Club (im Folgenden „CCC“) hat heute Abend bekannt gegeben, dass ihm Schadsoftware zugespielt wurde, die womöglich von deutschen Behörden entwickelt und in Umlauf gebracht wurden.


Der eventuelle „Bundestrojaner“, wie er auf Twitter genannt wird, sei mit dem Ziel der umfassenden Überwachung entwickelt worden und könne außerdem „weitere Programme nachladen und ferngesteuert zur Ausführung bringen“ – was laut Gesetzgebung einen klaren Gesetzesbruch darstellt. Außerdem könne die schadhafte Software auch Dateien und Programme verändern. Dies ergab die Analyse des CCC.

Eine Überwachung des Raumes in dem der PC steht, sei ebenfalls kein Problem, da der Trojaner auf Webcam, Mikrofon und Tastatur zugreifen könne und diese bediene.

Trojaner zerstört sich selbst?

Wie gewohnt vom CCC, haben sie dem Bundesinnenministerium rechtzeitig über ihr Wissen informiert, so dass ausreichend Zeit blieb um den Trojaner sich selbst zerstören zu lassen – somit werden laufende Ermittlungen nicht behindert.

Ich persönlich rechne nicht damit, dass das Bundesinnenministerium zugeben wird, einen illegalen Trojaner in Umlauf gebracht zu haben. Vermutlich werden sie sich wieder hinter rechtlichen Phrasen verstecken. Positiv ist jedoch, dass immer wieder deutlich wird, dass Datenschützer (in diesem Fall der CCC) immer wieder solche Missstände aufdecken und die Exekutive sich nicht alles erlauben kann.

Eine umfangreiche, 20-seitige Analyse des CCC kann hier (PDF) eingesehen werden.
Hier noch ein Youtube-Video dazu:

Update (09.10.2011 – 21:04 Uhr): Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, belegen Dokumente aus dem Bayerischen Justizministerium, dass bereits vor vier Jahren mit der Entwicklung eines Trojaners begonnen wurde. Hierfür wurde das private Unternehmen DigiTask beauftragt, welches in seiner Leistungsbeschreibung der Spionagesoftware alle rechtsverletzenden Funktionen des aktuellen Trojaners beschreibt. So die Frankfurter Rundschau:

Detailliert wird etwa die „Live-Ausleitung“, des Sprach-, Video-, und Chatverkehrs sowie der kompletten Dateiübertragung beschrieben – also das Ausspionieren eines PC-Nutzers in Echtzeit.

Auch das Umlenken der Daten über zwei Server im Ausland wurde von der Firma empfohlen, damit die eigene IP verschlüsselt sei.

So lassen sich alle Merkmale aus dem Schriftverkehr auch beim jetzigen Trojaner finden – vermutlich ist es der Exekutive egal, ob rechtliche Schranken bestehen oder nicht. Er spioniert in Echtzeit – vielleicht sogar dich?

 

Was denkt ihr zu dem Thema?

 



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5 Antworten to “++ Update ++: Chaos Computer Club enttarnt Bundestrojaner?”

  1. Die haben gezeigt, wes Geistes Kind sie sind- und wie unfähig, dies umzusetzen.

  2. Frank sagt:

    Es ist schade, das der Staat offenbar eine solche Angst vor seinen Bürgern hat.

    • muehsi sagt:

      Es ist immerhin noch nicht klar, ob der Trojaner nur bei Verbrechern eingesetzt wurde oder auch bei „normalen“ Bürgern. Wenn es sich auf Verbrecher beschränkt, könnte man es noch verstehen. Ansonsten nicht einmal das..

      • Ich traue diesem Politgesocks ALLES zu. Und sogar noch mehr.

        • muehsi sagt:

          Man erfährt leider² und zum Glück³ immer wieder, was so alles falsch läuft. Die schlimmsten Dinge bekommen wir aber wohl gar nicht mit. Deutschland hat auch keine weißere Weste als z.B. die USA, wenn man mal ein wenig recherchiert.

          ² Leider, weil solche Rechtsbrüche immer wieder vorkommen.
          ³ zum Glück, weil wir davon erfahren.

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